Dr. rer. pol. Sylvia Liebler

Heilpraktikerin

Wie läuft eine homöopathische Behandlung ab?

Erstanamnese

Eine erfolgreiche homöopathische Behandlung ist Teamarbeit. Sie beginnt mit einer umfangreichen Erstanamnese. Ziel dieses etwa 2-stündigen Gespräches ist es, Ihr Krankheitsbild in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Dabei frage ich Sie zunächst nach Ihren akuten Beschwerden. Dabei ist entscheidend, wie Sie die Beschwerden für sich empfinden. Wichtig sind des Weiteren Ihr Essverhalten, Schlafmuster, Lebensgewohnheiten, Ihre Gemütsverfassung, aber auch Erkrankungen, die Sie früher einmal hatten oder die in ihrer Familie vorkommen.

Oft sind dabei Aspekte von Bedeutung, die Ihnen vielleicht unwichtig oder nebensächlich erscheinen. Beobachten Sie sich und hören Sie in sich hinein! Auch Kleinigkeiten und scheinbar normale Reaktionen oder Vorlieben können evtl. entscheidend für die Mittelauswahl sein. Alles ist wichtig, was in irgendeiner Form typisch für Sie, auffällig oder auch nur eigentümlich im Zusammenhang mit Ihrem Kranksein ist.

Auswertung und Therapie

Nach der Auswertung der Anamnese, die einige Tage dauern kann, werde ich mit Ihnen die Therapie besprechen. Oft ist ein Mittel ausreichend, manchmal bedarf es einer Abfolge verschiedener Mittel. Während der Therapie ist es wichtig, dass Sie sich gut beobachten und jegliche Veränderungen festhalten. Wie oft und in welchen Zeitabständen Sie anschließend in die Praxis kommen, bzw. wir miteinander telefonieren, das hängt ganz vom Einzelfall ab.

Was sind homöopathische Mittel und wie funktionieren sie?

Mehrere tausend verschiedene Arzneistoffe stehen der Homöopathie heute zur Verfügung. Meist sind sie pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs. Sie werden in Form von Tropfen, Tabletten, meistens jedoch als Globuli verwendet. Das sind kleine Zuckerkügelchen, die mit dem Wirkstoff benetzt werden.

Entscheidender Unterschied im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten ist die Verdünnung und Potenzierung der Mittel. Der Ausgangsstoff wird dabei schrittweise immer stärker verdünnt und bei jedem Verdünnungsschritt mit einer speziellen Technik verschüttelt.

Die starke Verdünnung hat den Vorteil, dass auch bei an sich giftigen Grundsubstanzen bei korrekter Anwendung keine toxischen Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Warum wirken die Mittel trotz Verdünnung?

Selbst bei Verdünnungsstufen, bei denen chemisch kein Molekül mehr nachweisbar ist, bleibt die spezifische Energie des Arzneistoffes erhalten. Die heilende Wirkung geht quasi von der Information des Mittels aus, nicht von der materiellen Gabe des Heilmittels.

Das homöopathische Mittel setzt über diese Information einen Reiz im Körper, auf den der Organismus reagiert.

Was ist Homöopathie?

Vor etwa 200 Jahren entwickelte der Arzt Samuel Hahnemann die Klassische Homöopathie.
Dessen Basis ist der Grundsatz: "Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt" (Similia similibus curentur)

Das bedeutet folgendes:
Eine Substanz, die von einem gesunden Menschen eingenommen wird, verursacht ganz bestimmte psychische und körperliche Symptome, quasi Vergiftungserscheinungen. Hahnemann entdeckte, dass man einen kranken Menschen heilen kann, in dem man ihm gerade die medizinische Substanz verabreicht, die bei einem gesunden Menschen jene Symptome auslöst, an denen der Kranke leidet.

So löst beispielsweise eine größere Menge Kaffee bei einem gesunden Menschen Nervosität, Schlaflosigkeit, Unruhe, vielleicht auch Herzrasen aus. Bei einem Patienten mit ebensolchen Krankheitserscheinungen kann das homöopathische Mittel Coffea eine ausgleichende, beruhigende und heilende Wirkung haben.
Auch im nicht-homöopathischen Bereich funktioniert dieses Prinzip oft. Vielleicht haben Sie schon einmal festgestellt, dass kaltgefrorene Hände nach einem Winterspaziergang weniger schmerzhaft und schneller wieder warm werden, wenn man sie in kühlem statt in warmem Wasser wäscht.

Was unterscheidet die Homöopathie von der herkömmlichen Medizin?

Die konventionelle Medizin betrachtet alle Erkrankungen, die ein Patient hat, getrennt voneinander. In der Regel werden dabei Medikamente verabreicht, die gegen die jeweilige Erkrankung oder einzelne Symptome davon wirken. Beispielsweise wird Fieber mit fiebersenkenden Mitteln behandelt, Kopfschmerzen mit Mitteln gegen Kopfschmerz oder ein Zuviel an Magensäure mit Mitteln, die die Magensäure neutralisieren.

Die Homöopathie behandelt dagegen keine Krankheiten, sondern den erkrankten Menschen als Ganzes. Krankheiten kommen nicht zufällig, sondern sie haben eine Ursache. Die ist uns aber nicht unbedingt bewusst. Sie sagen jetzt vielleicht, ich habe Husten, weil mich mein erkälteter Kollege angesteckt hat. Aber dieser Kollege war auch mit 5 anderen Menschen im gleichen Büro, von denen jetzt nicht alle Husten haben. Was ist also die Ursache dafür?

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